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07.01.26 15:35

Rentner an der Maus: Gaming kennt kein Alter

leets E-Sports

Die eSports-Szene gilt gemeinhin als Domäne der Jugend, in der Millisekunden über Sieg oder Niederlage entscheiden und Karrieren oft schon mit Mitte 20 enden. Doch dieses Bild wandelt sich. Während Legenden wie Robin \'flusha\' Rönnquist nach über einem Jahrzehnt ihre Maus an den Nagel hängen, beweist eine Gruppe schwedischer Senioren das Gegenteil. Das Team \'Silver Snipers\' zeigt unter prominenter Anleitung, dass präzise Headshots keine Frage des Geburtsjahres sind, während etablierte Profis jenseits der 30 ihre Karrieren inzwischen sogar mit akademischen Titeln absichern.

Rentner im Fadenkreuz: Die Silver Snipers

Ein bemerkenswertes Beispiel für Inklusion im Gaming liefert Öivind Toverud, im Spiel besser bekannt unter seinem Gamertag \'Windy\'. Im Alter von 78 Jahren folgte er einem Aufruf des Hardware-Herstellers Lenovo, der gezielt nach Senioren für ein eSports-Team suchte, um das Publikum zu erweitern. Obwohl Toverud zuvor kaum Berührungspunkte mit Videospielen hatte, investierte er innerhalb von drei Jahren rund 1.300 Stunden in Counter-Strike: Global Offensive. Seine Statistiken sind für einen Späteinsteiger beachtlich: Neben einer K/D-Rate von 0,9 erreichte er eine Headshot-Quote von 41,8 Prozent. Seinen Namen wählte er passend zu seinem Spielstil, da er „schnell schießt“.

Trainiert wird die Senioren-Truppe von keinem Geringeren als Tommy \'Potti\' Ingemarsson. Der ehemalige Profi und Mitgründer der legendären Organisation Ninjas in Pyjamas (NiP) hat es sich zur Aufgabe gemacht, Neulinge in die Welt des kompetitiven Gamings einzuführen. Das Training konzentrierte sich anfangs stark auf grundlegende Mechaniken: Wie zielt man mit der Desert Eagle? Wie kontrolliert man den Rückstoß der M4? Für Teammitglieder wie Monica \'Teen Slayer\' wurde das Spiel zu einem neuen gemeinsamen Hobby mit ihrem Mann Arne, auch wenn die Hand-Augen-Koordination laut Toverud anfangs die größte Herausforderung darstellte.

Erfahrung schlägt Reflexe: Die Ü30-Elite

Während die Silver Snipers zeigen, dass Gaming bis ins hohe Alter möglich ist, verschiebt sich auch im professionellen Spitzenbereich die Altersgrenze nach oben. Zwar beendete der Fnatic-Veteran Robin \'flusha\' Rönnquist, der unter anderem 2015 und 2016 die IEM Katowice gewann, im Jahr 2023 nach elf Jahren seine Karriere, doch andere Veteranen halten sich hartnäckig an der Weltspitze.

Ein Paradebeispiel für Langlebigkeit ist Gabriel \'FalleN\' Toledo. Der 32-jährige Brasilianer hat als einziger Top-Spieler alle Iterationen des Taktik-Shooters – von CS 1.6 über Source bis hin zu Counter-Strike 2 – professionell bestritten. Auch Finn \'karrigan\' Andersen beweist mit 33 Jahren, dass man im eSport erfolgreich altern kann. Der Däne verlässt sich dabei nicht nur auf seine In-Game-Führungsqualitäten. Er gehört zu den gebildetsten Spielern der Szene und hat bereits für die Zeit nach der Karriere vorgesorgt: Andersen besitzt Masterabschlüsse in Wirtschaftsprüfung und Betriebswirtschaftslehre der Copenhagen Business School.

Fazit

Die Entwicklung zeigt deutlich, dass strategisches Verständnis, mentale Stärke und Erfahrung die angeblich nachlassenden Reflexe im Alter kompensieren können. Ob als leidenschaftliches Hobby im Rentenalter bei den Silver Snipers oder als hochgebildeter Profi auf der Weltbühne – die Karrierewege im eSport werden vielfältiger und vor allem länger.

Quellen: PCWelt, Skin.club, Profilerr, Sport1

(gw)

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